Nach einem ganzen Monat im wunderschönen Göteborg ist es für mich nun Zeit Bilanz zu ziehen. Seit Kurzem bin ich wieder in Wien – mit einem kurzen Zwischenstopp in der Wachau. Ich bin so glücklich alle meine Lieben wieder zu sehen, aber trotzdem habe ich einen Teil von mir im wunderschönen Schweden zurückgelassen. Denn ich hatte eine so schöne Zeit und habe Schweden auf eine ganz besondere Art und Weise (neu) kennen gelernt.

Zwar war ich war schon oft in im Norden, habe viele Sommerurlaube in und um Stockholm verbracht, Kanelbullen gefuttert, in einem Schwedenhäuschen bei Tante und Onkel gewohnt und schon zuvor einen Monat in Stockholm und in Växjö gearbeitet. Also kenne ich Schweden für eine Nicht-Schwedin relativ gut.

Aber von dieser Seite habe ich Schweden nie gesehen. Und mit „Seite“ meine ich nicht die Tatsache, dass ich jetzt hier gearbeitet habe und nicht einfach nur Urlaub. Damit meine ich den „Schwedischen Herbst“, der mich dazu gebracht hat mich ein zweites Mal Hals über Kopf in das Land zu verlieben. Sommer in Schweden ist eine Wucht – ganz anders als Zuhause – viel sanfter und zugleich viel intensiver. Aber der Schwedische Herbst übertrumpft einen traumhaften Sommer bei weitem.

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Ich bin am 3. September in Göteborg Landvetter gelandet. Das Wetter war warm, ein wunderschöner Spätsommer. Meine Sommergarderobe hatte ich zuhause gelassen. Denn insgeheim hatte ich gehofft mein neues Herbst-Outfit ausführen zu können. Doch für Schal und Kuschelweste war es eindeutig zu heiß. Also blieb mir nichts anderes übrig als die ersten zwei Wochen immer im gleichen Outfit herumzulaufen, damit ich keinen Hitzschlag bekam. Das war aber zwischen unheimlich gut gekleideten Schwedinnen nicht sonderlich angenehm … . Aber wer beschwert sich schob über schönes Wetter? Obendrein hatte ich so die Möglichkeit meine gesamte Freizeit draußen zu verbringen und Göteborg und Umland richtig gut zu erkunden.

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Schweden sind Meister darin die wenigen warme Tage im Jahr auszukosten, wie kein anderes Volk. Deshalb liegt eine ganz besondere Stimmung in der Luft, sobald die Sonne durch die Wolkendecke bricht und die Temperaturen auf angenehme 20 Grad im September klettern. Göteborg verfällt in eine angenehme Ruhe, die man von Wien nur im Hochsommer kennt – weil da jeder (der kann) aufs Land flüchtet. In Göteborg ist jeder auf der Straße, nur gibt es keinen Stress und keine Hektik.

Die Menschen leben im Moment und denken nicht daran, diese wenigen Augenblicke schneller vergehen zu lassen als sie ohnehin vorbei ist. Jeder schlendert durch die Straßen. Hier und da bleibt jemand unvermittelt stehen und streckt das Gesicht Richtung Sonne. Die Gastgärten der Cafés und Bars sind zum Bersten voll, im Trädgårdsföreningen Park wimmelt es von Sonnenanbeter und der leichte Wind trägt einem den leckeren Geruch eines angeheizten „Eingangs-Grill“ an die Nase. Genau diese Stimmung habe ich in den letzten 4 Wochen fast täglich erleben dürfen (mit wenigen verregneten Ausnahmen), wenn ich nach Feierabend durch Göteborgs Straßen spaziert bin.

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Nirgendwo wird das Schöne im Leben so geschätzt und ausgekostet wie hier, um harte Zeiten besser überstehen zu können. Und genau das ist es, was ich mir von meinem Monat in Schweden mitnehmen möchte. Auch wenn ich mir sicher bin, dass Schweden im Winter genauso bezaubernd ist und ich es gerne einmal mit viel Schnee sehen möchte!

Warst du schon einmal in Schweden um diese Jahreszeit? Hat es dir auch so gut gefallen wie mir?

Happy Travelling!