Neben dem überlaufenen Thailand, dem wilden Cambodia und dem aufregenden Indonesien, vergisst man leicht auf das wunderschöne Vietnam. So erging es mir, als ich mit meinem Freund vor 1 1/2 Jahren begann unsere Rucksacktour durch Vietnam zu planen. Wir wussten wir wollen nach Südostasien, aber nach langer Recherche wurde uns klar das jeder momentan nach Thailand fährt. Das wollten wir nicht, also kamen wir auf Vietnam und es war die beste Entscheidung.

Für 3 Wochen gondelten wir durch dieses wunderbare, aufregende, herzliche Land und erkundeten alles von Ho Chi Minh nach Hanoi. Hier findest du unsere gesamte Route mit insgesamt 8 Stopps und ganz persönlichen Geheimtipps, die nicht im Reiseführer stehen (zumindest nicht in unserem 🙂 ).

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Vietnam Rucksack Tour zum Nachreisen

Ho Chi Minh City

Oh Ho Chi Minh City, du verrückte, chaotische Stadt. Wir landeten am frühen Abend in Vietnam. Unser erster Weg, war direkt in die Dusche unseres Hotelzimmers im Backpacker-District der Stadt. Das Hotel war nichts Besonderes, aber wir waren froh uns nach unserem schier endlosen Flug von Wien über Doha nach Ho Chi Minh City abzuwaschen. Um unseren Jet Lag das Handwerk zu legen rafften wir uns frisch geduscht auf und waren schon wieder auf der Straße um Vietnam’s wichtigste Stadt im Süden zu erkunden. Obendrein war Nationalfeiertag, dass heißt, wie wurden mit eine Feuerwerk empfangen 🙂 .

Das Stadtzentrum erstreckt sich um den Hauptplatz, der mit seinem großen Rathaus aussieht, wie der einer französischen Provinzstadt. Um den Platz und in den Seitengassen findet man unzählige Lokale und vor allem eines: nette Cafés! Schon am ersten tag in Vietnam war uns klar, Kaffee hatte einen ganz besonderen Stellenwert in der vietnamesischen Kultur. Überall in der Stadt konnte man super leckeren Robusta Kaffee schlürfen, der mit gesüßter Kondensmilch serviert wird. Zwar schmeckt es für Mitteleuropäer anfangs etwas fragwürdig, aber schon nach der dritten oder vierten Tasse beginnt er zu schmecken.

Zwar hat Ho Chi Minh City als Stadt nicht sonderlich viel zu bieten – aber man kann von hier aus Tagesausflüge ins Umland machen. Zum Beispiel haben dir das Mekong Delta und die Cu Ci Tunnel für je einen Tag erkundet. Solche Touren kann man ganz leicht in allen Reisebüros oder auch an der Hotel-Rezeption buchen.

Mui Ne

Unser zweiter Stop lag nur 2,5 Stunden mit dem Zug Richtung Norden. Mui Ne ist ein kleines Fischerdorf, dass zum Ort/Bezirk Phan Thieß gehört. Vor allem ist es für seine weißen und roten Sanddünen bekannt ist.

Dadurch, dass Mui Ne ein Ortsteil von Phan Thiet ist, ist es anfangs schwer auf einer Karte zu finden. Deshalb wussten wir nicht genau was wir tun sollten, als wir am Bahnhof ankamen und dort nicht „Mui Ne“ stand. Etwas verdattert haben wir festgestellt, dass wir ein Taxi nehmen mussten um zu unserem Hotel zu gelangen. Das war aber, wie überall in Vietnam, kein Problem. Kurz später haben wir das Paradis erreicht.

Wir haben im sensationellen Backpacker Hotel The Mui Ne Hills Hotel übernachtet, das zwar etwas weiter weg vom Strand gelegen war, aber man hatte vom Pool eine tolle  Aussicht. Neben dem coolen Flair, dem leckeren Essen und netten Leuten bot es auch eine Jeep-Tour zu den Sanddünen (für 4$ p.p.). Natürlich meldeten wir uns gleich an. Somit war das Ausschlafen gestrichen und wir fuhren um 3.30 in der Früh los. Zu Sonnenaufgang hatten wir die weißen Dünen erreicht und besichtigten im Anschluss die roten Sanddünen, die mehr oder weniger mitten im Ort lagen. Als dritten Stop, dieser ausgedehnten Tour, wanderten wir durch einen (dreckigen) Fluss bis zu einem Sandstein-Canyon, der wirklich sehenswert war.

Reise-Tipp: Normalerweise kommt man am Ga Phan Thiết wenn man nach Mui Ne reist. Da es sich dabei aber um einen Kopfbahnhof handelt, muss man zum Ga Mương Mán um weiter Richtung Norden reisen zu können. Für mehr Infos zum Thema Zug-Reisen (egal wo auf der Welt) kann ich dir diesen Zug-Reise-Blog empfehlen – seine Tipps haben uns viel weitergeholfen!

Nha Trang

Jetzt stand Baden am Programm, denn Nha Trang ist berühmt für seinen wunderbaren Strand. Das Beach Capital Vietnam’s hat zwar eine stolze Einwohnerzahl von über 500.000, aber davon merkt man am Strand kaum etwas. Nie hätten wir so einen sauberen, schönen Strand erwartet, als uns klar wurde, dass Nha Trang 1,5-mal so groß war wie unsere Heimatstadt Graz. Aber da Asiaten nicht besonders auf Sonnenbaden stehen, hatten wir den Strand mehr oder weniger für uns alleine.

Am Abend ging es dann in der Stadt weiter, denn Nha Trang ist berühmt, berüchtigt für seine tolle Club-Szene und viele Backpacker haben sich dieses Stopp extra dick auf der Landkarte markiert 🙂 .

Reise-Tipp: Wenn du planst als nächstes nach Hoi An zu fahren, ist es am besten wenn du einen Nachtbus nimmst. So steigst du um 21 Uhr in Nha Trang ein und bist um 6 Uhr morgens im wunderschönen Hoi An. Aber Achtung FAKE! Es gibt sehr viele fake Booking Offices des bekanntesten Reiseveranstalters SaigonTourist also umbedingt über die offizielle Website buchen oder in einem offiziellen Reisebüro. Das gilt für ganz Vietnam!

Hoi An

Das Venedig Asiens – so wird die kleine Stadt mit der langen Geschicht bezeichnet. Und der Name ist Programm. Hoi An hat Charm, ist bekannt für seine Küche und wie ein einziges Museum. Alte Gebäude, sorgsam restaurierte Brücken und Boote aus einer anderen Zeit prägen das Stadtbild.

Berühmt ist Hoi An, neben seiner ausgezeichneten Küche, für seine Schneider. An jeder Ecke kann man sich einen Maßanzug oder ein Ballkleid schneidern lassen. Insgesamt gibt es 400 Schneider in der Stadt, die in weniger als 24 Stunden alles anfertigen können, was das Modeherz begehrt. Das mussten wir natürlich ausprobieren und 12 Stunden später war der Anzug meines Freundes per Post am Weg nach Hause. Hat das auch Qualität? Oh ja – ich habe selten einen so gut sitzenden, vom Stoff her so schönen Anzug gesehen! Ein Traum.

Wenn man Zeit hat (was wir leider nicht hatten) muss man natürlich umbedingt einen Kochkurs besuchen. Fast jedes Restaurant bietet einen oder mehrere an. Hier kann man lernen, wie man Pho richtig zubereitet oder was bei Vietnamesischen Frühlingsrollen wichtig ist.

Am besten erkundet man des historische Hoi An mit dem Fahrrad, denn die Stadt ist Motor-Frei. Dass heißt, weder Mopeds noch Autos können ins Zentrum. Die meisten Pagoden und Häuser verlangen keine Eintritt und für die wenigen Häuser mit Eintritt kann man sich einen Hoi An Pass kaufen (3€). Den besten Kaffee für zwischendurch bekommt man übrigens in der CocoBox!

Reise-Tipp: Wir können den Schneider „Tony the Tailor“ empfehlen. Das Geschäft liegt zwar etwas ausserhalb des Zentrums aber die Qualität ist spitze und die Bedienung richtig herzlich und bemüht.

Hué

Um nach Hué, der alten Kaiserstadt, zu gelangen nahmen wir uns dieses Mal einen privaten Fahrer. Der ursprüngliche Plan war es über den wunderschönen Hai Van Pass zu fahren. Von dort sollte man einen traumhaften Ausblick haben. Doch ein Taifun machte uns einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Schnell war uns klar, dass die Passstraße zu gefährlich war um, denn es sind uns schon die ersten Hütten wortwörtlich entgegen geflogen (kein Scherz!).

In Hué angekommen erkundeten wir die Kaiserstadt – einen beeindruckenden Baukomplex, der während des Vietnam Kriegs stark zerstört wurde. Nur wenige Gebäude sind noch erhalten, diese sind aber dafür umso beeindruckender. Neben der Kaiserstadt hat Hué nicht sonderlich viel zu bieten, aber man muss umbedingt eines der Kaisergräber besichtigen. Wir besuchten das Grab von Tu Duc und es war wirklich fantastisch. Nur zu empfehlen!

Sa Pa

Um einer 15-Stündigen Zugfahrt zu entgehen flogen wir von Hué nach Hanoi um dort den Nachtzug nach Lao Cai zu besteigen. Lao Cai ist eine kleine Stadt an der chinesischen Grenze und von dort aus kommt man mit einem Minibus nach Sa Pa. In den Bergen gelegen erstreckt sich das traumhafte Sa Pa. Berühmt für seine Reisterrassen und fürs Wandern ist es natürlich ein Touristen-Magnet aber ein sehenswerter.

Wir kamen im strömenden Regen an und zuerst sah es so aus, dass wir in unseren 24 Stunden in Sa Pa keine Reisterrassen zu Gesicht bekommen würden. Doch dann bekamen wir den Tipp uns ein Moped zu mieten und herumzufahren. Das machten wir dann und je weiter wir ins Tal hinunter fuhren, desto besser wurde das Wetter. Das Tal in denen die Ethnischen Minderheiten der Bergregion lebten ist ein wahres Juwel. H’mong und andere Minderheiten leben in kleinen Dörfern mitten in den Reisfeldern. Es sah aus wie in einer kitschigen Doku. Einfach unglaublich. Und mit dem Moped die Berge von Sa Pa zu erkundigen ist einfach etwas ganz anderes 🙂 .

Nach einem sehr intensiven Tag gönnten wir uns ein leckeres Abendessen in The Hill Station Signature Restaurant. Hier bekommt man nur traditionelle Speisen aus Sa Pa aufgetischt und die Produkte stammen rein aus eigenem Anbau in Sa Pa.

Reise-Tipp: Ein Minibus-ticket von Lao Cai nach Sa Pa kostet ungefähr 50.000 VND (1,5€). Aber natürlich versuchen die Keiler am Bahnhof einem Tickets um 300.000 VND pro Person zu verkaufen. Einfach hart bleiben und darauf bestehen, erst am Ziel zu bezahlen!

Lan Ha Bay

Wenn man in Vietnam ist, muss man umbedingt die Ha Long Bay gesehen haben. Wenn nicht, wäre es in etwa das gleiche, wenn man in Paris ist und dem Eifelturm keinen Besuch abstattet. Das Welt Naturerbe der UNESCO hat diesen Titel auch verdient. Aber so schön die Karstfelsen, die sich aus dem ruhigen Wasser erheben auch sind, so viele Touristen belagern sie auch. Vor allem die horrenden Preise für Tagesausflüge von Hanoi haben uns dazu gebracht es auf eigene Faust zu probieren. So recherchierten wir ein wenig und realisierten, dass die Lan Ha Bay doch viel schöner, weniger touristisch und besser zu erreichen ist.

Lan Ha Bay ist ein Teil der berühmten Ha Long Bucht – aber da sie zu einer anderen Provinz gehört, gilt sie nicht mehr als UNESCO Welt Naturerbe. Aber dieser Teil der Karstinseln sind ein großer Nationalpark.

So nahmen wir den Regionalexpress nach Hai Phong und von dort eine Boot nach Cat Ba Town. Cat Ba ist die größte Insel im Nationalpark und nur an einer Stelle belebt. In der kleine Stadt organisierten wir uns dann unser privates Boot mit Guide – der kein einziges Wort Englisch konnte. Es war ein riesiger Spaß sich mit Händen und Füßen zu verständigen. Gemütlich schipperten wir von Cat Ba Richtung Lan Ha Bay und genossen einsame Sandstrände, traumhafte Felsformationen und erkundeten sogar schwimmende Dörfer.

Also ich kann dir Lan Ha Bay nur empfehlen – es ist so wunderschön und vor allem menschenleer. Hier entstehen die malerischen Bilder der zauberhaften Karstfelsen ohne fremde Boote weit und breit, mit denen geworben wird. Zusätzlich sparten wir uns so 150-200€!

Hanoi

Unser letzter Stop war Hanoi. Vietnam’s Hauptstadt ist eine wahre Perle. Überwältigt bei den vielen vielen Menschen, dem bunten Chaos und der herzlichen Freundlichkeit der Bewohner, schloss ich Hanoi ins Herz. Es fühlte sich zwar an, als hätte wir in den 3 Tagen kein einziges Mal wirklich Durchatmen können und die Enge der Stadt war bedrückend. Aber das aufregende Vietnamesische und das vertraute Internationale, das sich in Hanoi vermischt machte alles Negative wett.

Da Hanoi sehr kompakt und das Zentrum sehr klein ist, kann man die Stadt großartig zu Fuß erkunden. Vor allem der Temple of Literature war eines der High Lights für uns, denn hier wurde uns klar, wie modern und entwickelt sie Vietnamesische Kultur bereits vor mehr als tausend Jahren war. Auch der Hoan-Kiem See mitten im Zentrum beeindruckte uns mit dem hübschen kleinen Tempel mitten im See. Während unseres Spaziergangs durch das Old Quarter kamen wir an vielen netten Cafés vorbei (vor allem das Cong Café ist zu empfehlen) und genossen ein kaltes, erfrischendes Bia hơi. Dabei handelt es sich um das Vietnamesische Nationalgetränk – einem frisch gebrauten Bier.

Travel Tip: Schau umbedingt einmal im The Hanoi Social Club vorbei, wenn du in Hanoi bist. Hier treffen sich die jungen Unternehmer und Intellektuellen von Hanoi – aus dem In- und Ausland. Es ist ein wunderbarer Mix and allem was die Globalisierung gutes gebracht hat – eine offene, moderne und gebildete Gesellschaft. Nebenbei bekommt man hier super leckeres, neu interpretieren vietnamesisches Essen!


Das waren unsere acht Stopps quer durch Vietnam. Wenn du noch Fragen hast oder einfach ein paar Gedanken loswerden willst, schreibe uns einen Kommentar. Für mehr Infos zu den einzelnen Stopps schreibe uns einfach ein Email – wir versuchen dir alles so gut wie möglich zu erklären und dir weiter zu helfen 🙂 .

Happy Backpacking!